News

Präsenzveranstaltung / 24.9.2026

OT-Security Day

​Praxis, Austausch und Strategien für industrielle OT-Sicherheit​

Webinar / 30.9.2026

EUDI-Wallet Navigator

Was Kommunen zur Akzeptanzpflicht ab 2027 wissen müssen​​

Veranstaltung / 13.10.2026

Finanz- und Rechnungsbetrug verhindern – im Zeitalter von KI

Seminar gegen CEO-Fraud für Mitarbeitende in den Bereich Finanzen und Controlling

Forum / 10.11.2026

AEROKI: Cyberrisiken im Anflug

Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt AEROKI für ein ganzheitliches Cyberlagebild in Kritischen Infrastrukturen​​

Blog-Beiträge

20.8.2026

Eine zweite Version von mir? Wie KI-Zwillinge unsere Arbeit verändern könnten

Es ist kurz vor neun Uhr. Mein Kalender zeigt drei parallele Termine, im Postfach warten 47 ungelesene E-Mails. Während ich versuche, den Überblick zu behalten, schleicht sich ein Gedanke ein, den vermutlich viele kennen: Wie praktisch wäre es, wenn es eine zweite Version von mir gäbe? Eine, die im zweiten Meeting sitzt, während ich im ersten noch diskutiere. Eine, die Routine-Mails beantwortet – in meinem Ton, mit meinem Wissen und meiner Art zu formulieren. Das wirft schnell größere Fragen auf: Wo könnten solche KI-Zwillinge auch für Unternehmen einen echten Unterschied machen – und wo sind ihre Grenzen?

1. KI-Zwillinge von Menschen: Zwischen Faszination und Skepsis

Der Gedanke klingt verlockend, löst aber bei vielen Menschen zugleich ein ungutes Gefühl aus. Dieses Spannungsfeld begegnet mir immer wieder, wenn ich in Unternehmen das Konzept der »Mindset Twins« vorstelle, also von KI-basierten digitalen Abbildern realer Personen. Zwischen »Endlich könnte ich an zwei Orten gleichzeitig sein!« und »Aber möchte ich wirklich, dass eine KI für mich spricht?« liegt ein schmaler Grat. Ob KI-Zwillinge künftig Teil unseres Arbeitsalltags werden, entscheidet sich daran, ob wir dieses Spannungsfeld lösen können.

Als Wissenschaftskommunikatorin interessiert mich dabei weniger die technische Machbarkeit als die Frage, ob wir das wollen – und wo die Grenze liegt. Um das besser zu verstehen, haben wir in einer Online-Studie 112 Menschen befragt.

2. Was ist eigentlich ein Mindset Twin?

Wenn von Digitalen Zwillingen des Menschen die Rede ist, entstehen schnell Bilder aus Science-Fiction-Filmen: vom Hologramm in Star Wars bis zu den Replikanten in Blade Runner 2049. Diese Geschichten prägen unsere Vorstellung davon, was ein KI-Zwilling sein könnte: Kann eine solche Technologie einen Menschen irgendwann ersetzen? Wird sie selbstständig Entscheidungen treffen? Die Realität ist deutlich weniger futuristisch, aber viel konkreter als viele vermuten:

Ein »Mindset Twin« ist ein KI-basiertes digitales Abbild einer realen Person (Originärperson). Anders als ein klassischer Chatbot greift er nicht nur auf allgemeines Wissen zurück, sondern orientiert sich an den Erfahrungen, Meinungen, Werten und typischen Denkweisen einer konkreten Person. Dadurch kann er Fragen aus deren Perspektive beantworten, Entscheidungen simulieren oder als Gesprächspartner auftreten – möglichst nah an der Art und Weise, wie diese Person selbst denken und argumentieren würde.

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Erstellung eines Mindset Twins (Quelle: eigene Darstellung – Lea-Marie Föll/Fraunhofer IAO).

Dabei können Mindset Twins unterschiedliche Rollen einnehmen: als Expert:innen-Twin, der Wissen zugänglich macht, in der Marktforschung oder als persönlicher Twin beim Reflektieren. In diesem Beitrag schauen wir uns die letzte Variante an: den eigenen KI-Zwilling. Denn sobald eine KI nicht mehr nur Wissen bereitstellt, sondern beginnt, für uns zu denken, zu kommunizieren oder zu handeln, entstehen neue Fragen nach Vertrauen, Kontrolle und Identität.

3. Was denken Menschen über die Idee von Mindset Twins?

Mit unserer Anfang 2026 durchgeführten Online-Umfrage mit 112 Teilnehmenden wollten wir herausfinden, wie Menschen über die Idee von Mindset Twins denken und daraus Aussagen zu Akzeptanz, Einsatzgebieten und Gestaltung ableiten.

Ein digitaler Zwilling von mir? Lieber erstmal von anderen?

Die Idee eines Mindset Twins stößt bei vielen Menschen auf Neugier, aber auch auf Skepsis. Die potenzielle Akzeptanz sowohl eines Mindset Twins einer anderen Person als auch eines eigenen digitalen Zwillings wurden von den Befragten überwiegend mit »teils/teils« bewertet. Eindeutig positive Einschätzungen blieben jeweils in der Minderheit. Offenbar erkennen Menschen zwar Potenziale, haben aber zugleich Vorbehalte bei Datenschutz, Kontrolle und Identität.

Nicht Ersatz, sondern Sparringspartner: Wofür Menschen ihren Twin nutzen würden

Die größte Zustimmung erhalten Anwendungsfälle im Bereich der persönlichen Weiterentwicklung. Eine knappe Mehrheit der Befragten (rund 57 Prozent) würde ihren Twin dauerhaft nutzen, um Feedback zu Projekten oder Ideen zu erhalten, die berufliche Entwicklung zu unterstützen oder neue Fähigkeiten zu erlernen. Etwa ein Drittel der Befragten sieht auch Potenziale für kreatives Arbeiten sowie für die Organisation digitaler Informationen. Deutlich seltener wird der Twin als Ersatz sozialer Beziehungen gesehen.

Abbildung 2: Zustimmung zu potenziellen Anwendungsfällen eines persönlichen Mindset Twins (Quelle: eigene Darstellung – Lea-Marie Föll/Fraunhofer IAO | Icons: FontAwesome).

Der persönliche Mindset Twin soll offenbar nicht möglichst viele Aufgaben übernehmen. Er wird vielmehr als intelligenter Sparringspartner verstanden: jemand, der beim Denken unterstützt, statt den Menschen zu ersetzen.

Akzeptanz endet dort, wo das »soziale Ich« beginnt

Noch deutlicher zeigt sich dieses Muster bei der Frage, in welchen Situationen sich Menschen durch ihren KI-Zwilling vertreten lassen würden. Am ehesten würden die Befragten standardisierte und eher anonyme Aufgaben abgeben: 52 Prozent könnten sich vorstellen, den Twin einfache Verwaltungsaufgaben wie das Ausfüllen von Formularen oder das Beantworten von Routine-E-Mails übernehmen zu lassen. Auch Terminorganisation (44 Prozent), Informationsrecherche (41 Prozent) oder Reiseplanung (34 Prozent) stoßen auf Zustimmung.

Sobald der Twin jedoch sichtbar für andere Menschen handelt, sinkt die Akzeptanz deutlich: Nur jede vierte Person könnte sich vorstellen, ihn an standardisierten Umfragen teilnehmen zu lassen. In Online-Meetings, bei Vorträgen oder der Betreuung von Social-Media-Profilen sind es dagegen nur noch 15 bis 29 Prozent.

Abbildung 3: Zustimmung zu Situationen, in denen sich Befragte durch einen persönlichen Mindset Twin vertreten lassen würden (Quelle: eigene Darstellung – Lea-Marie Föll/Fraunhofer IAO | Icons: FontAwesome).

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Je standardisierter und anonymer eine Aufgabe ist, desto höher die Bereitschaft, sie zu delegieren. Dort, wo Kommunikation Identität transportiert, möchten die meisten selbst präsent bleiben – Akzeptanz endet dort, wo das »soziale Ich« beginnt.

Wie echt darf ein KI-Zwilling sein?

Rund 60 Prozent der Befragten wünschen sich einen visuellen Avatar. Gleichzeitig empfinden ebenso viele es als unheimlich, wenn dieser dem tatsächlichen Erscheinungsbild zu stark ähnelt. Wir bewegen uns damit im sogenannten »Uncanny Valley« (vgl. Mori 1970): Nähe schafft zunächst Vertrauen, eine zu realistische Nachbildung kann jedoch ins Unheimliche kippen.

Authentizität bedeutet also nicht, einen Menschen möglichst perfekt zu kopieren. Entscheidend ist vielmehr eine glaubwürdige und angenehme Interaktion.

Wem vertrauen wir unser digitales ich an?

Über die Nutzung und Gestaltung von Mindset Twins hinaus spielt eine weitere Frage eine zentrale Rolle: Wem würden Menschen ihre persönlichen Daten anvertrauen? Hier zeigt sich ein eindeutiges Bild: 97 Prozent der Befragten wären damit einverstanden, dass ein unternehmensunabhängiges wissenschaftliches Institut ihre Daten speichert. Einem Unternehmen würden dies dagegen nur 13 Prozent anvertrauen, einem externen Dienstleister sogar nur 11 Prozent.

Das zeigt: Die größte Hürde für Mindset Twins ist nicht ausschließlich in der Technologie selbst, sondern in der Frage, wer sie entwickelt, betreibt und kontrolliert.

4. Mindset Twins gestalten – aber menschzentriert

Unsere Ergebnisse zeigen: Die Akzeptanz von Mindset Twins hängt weniger von der Technologie als von ihrer Gestaltung ab. Aus unseren Forschungsprojekten und der Befragung lassen sich drei zentrale Prinzipien ableiten:

Kontrolle ermöglichen: Nutzerinnen und Nutzer sollten jederzeit selbst entscheiden können, welche Aufgaben ihr Twin übernehmen darf – und wo sie die Kontrolle behalten möchten.

Authentizität gestalten: Ein Mindset Twin muss nicht perfekt menschlich wirken. Entscheidend ist, dass sein Verhalten glaubwürdig ist und Erwartungen erfüllt, ohne ins Unheimliche abzurutschen.

Vertrauen schaffen: Menschen müssen wissen, wer ihre Daten verarbeitet und wie daraus ein Mindset Twin entsteht. Transparenz über Funktionsweise und Grenzen ist die Grundlage für Vertrauen.

Ein Faktor zieht sich dabei durch alle drei Prinzipien: Partizipation. Menschen sollten ihren Mindset Twin aktiv mitgestalten können – von der Datenauswahl bis zur Festlegung seiner Einsatzbereiche. Denn nur wenn Betroffene frühzeitig einbezogen werden, entstehen KI-Zwillinge, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch akzeptiert werden.

Diese menschzentrierte Gestaltung entscheidet auch darüber, ob Mindset Twins wirtschaftlich tragfähig sind. Ihr Marktpotenzial zeigt sich dort, wo Nutzen und Akzeptanz zusammenkommen: etwa bei skalierbar zugänglichem Expert:innen-Wissen oder digitalen Sparringspartnern für Führungskräfte, die in der Marktforschung Kundenperspektiven frühzeitig simulieren. Wie gut sich Technologie, Akzeptanz und Geschäftsmodell zusammendenken lassen, untersuchen wir am Fraunhofer IAO. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen richten die Gestaltung von Mindset Twins konsequent an den Bedürfnissen der Menschen aus. Wie könnte ein Mindset Twin in Ihrem Unternehmen einen sinnvollen Beitrag leisten? Wir kommen gerne mit Ihnen darüber ins Gespräch.

5. Ausblick: Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Technik

Bevor Menschen einem digitalen Zwilling vertrauen, müssen sie verstehen, was er kann – und was nicht. Ein Mindset Twin ist keine perfekte Kopie eines Menschen. Er ist eine KI, die auf vorhandenen Daten basiert, Fehler machen kann und immer nur eine Momentaufnahme ihres Vorbilds ist. Genau hier sehe ich die Aufgabe der Wissenschaftskommunikation: Transparenz schaffen, Erwartungen einordnen und Grenzen offen benennen.

Damit sind wir wieder bei der Frage vom Anfang: »Dürfte mein KI-Zwilling meine E-Mails beantworten, während ich im Meeting sitze?« Unsere Befragten würden antworten: die Routine-Mails »ja«, »das Kundengespräch, das persönliche Feedback oder die schwierige Entscheidung lieber nicht«. Denn Akzeptanz endet genau dort, wo das »soziale Ich« beginnt.

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19.8.2026

EUDI-Wallet-Pflicht erfüllt, aber Potenzial vergeben? Was Kommunen jetzt vorbereiten sollten

Ab dem 2. Januar 2027 müssen deutsche Behörden die EUDI-Wallet als Identifizierungsmittel akzeptieren. In den vergangenen Wochen haben wir mit mehreren Kommunen darüber gesprochen. Viele schildern eine ähnliche Lage: Das Thema kam plötzlich, Details der Umsetzung waren lange unklar und in den Haushalten für 2026 ist meist kein Budget eingeplant. Zudem entwickeln sich technische Hintergründe und rechtliche Vorgaben teilweise noch weiter. Für die Umsetzung fehlt daher oft Planungssicherheit und Geld.

Die Antwort, auf die sich viele Kommunen verständigt haben, lautet: Anbindung über die BundID. Das erfüllt die Pflicht mit geringem Aufwand. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar, deckt weitergehende Wallet-Funktionen aber nicht ab und lässt Digitalisierungspotenziale liegen.

Was die Wallet überhaupt können soll

Die EUDI-Wallet ist eine App auf dem Smartphone, mit der Bürgerinnen und Bürger ihre digitale Identität und digitale Nachweise selbst verwalten – vom Personalausweis bis zum Führerschein. Statt Papierdokumente vorzuzeigen oder Kopien analog einzureichen, können Nachweise direkt über das Smartphone einer Behörde zur Verfügung gestellt werden. Für Kommunen liegt darin die Aussicht auf medienbruchfreie digitale Prozesse: Identifizierung, Antragstellung und Nachweisprüfung ließen sich digital und automatisiert abbilden, ohne dass Bürger persönlich vorstellig werden müssen.

Drei Funktionen, mehrere Wege

Für Verwaltungen sind drei Funktionen vorgesehen:

  • die Identifizierung von Bürgerinnen und Bürgern über die Wallet,
  • die Ausstellung digitaler Nachweise durch die Verwaltung, und
  • die Entgegennahme weiterer Nachweise aus der Wallet.
  • Für jede dieser Funktionen existieren wiederum mehrere technische Wege – von der Nutzung bestehender Schnittstellen über die Anbindung eines Wallet-Adapters bis zur vollständigen Eigenentwicklung. Allerdings sind noch nicht alle Details geklärt und manche Komponenten befinden sich noch in der Entwicklung.

    Was tatsächlich Pflicht ist – und was nicht

    Im Juni 2026 hat der IT-Planungsrat die Anforderungen klargestellt (Beschluss 2026/19): Verpflichtend ist ausschließlich die erste Funktion – Identifizierung und Authentifizierung per Wallet – und auch das nur für digitale Prozesse, die ohnehin ein hohes Vertrauensniveau erfordern. Die Ausstellung und Entgegennahme von Nachweisen in bzw. aus der Wallet bleiben freiwillig. Wörtlich heißt es im Beschluss: »Eine Pflicht zur Ausstellung von Nachweisen in die EUDI-Wallet ergibt sich hingegen nicht.«

    Auch für die verpflichtende Identifizierungsfunktion gibt es mehrere Wege. Erstens können Kommunen die Wallet indirekt über die BundID anbinden; ihre bestehende Schnittstelle reicht aus, den Kontakt zur Wallet übernimmt der Bund. Zweitens können sie einen Wallet-Adapter nutzen, der als Produkt des IT-Planungsrats von Governikus weiterentwickelt wird. Drittens können sie die Wallet-Protokolle selbst implementieren. Der Aufwand unterscheidet sich erheblich: gering bei der BundID-Anbindung, mittel beim Adapter, hoch bei der Eigenimplementierung.

    Wer die relevanten digitalen Verfahren also bereits an die BundID angebunden hat, hat die Pflicht im Kern erfüllt. Deshalb ist die BundID für viele Kommunen der praktikabelste Weg. Für viele Verfahren ist der Umsetzungsaufwand überschaubarer als erwartet – und die Frist kein wesentliches Problem.

    Für die Erfüllung der Vorgaben reicht das demnach aus – nicht aber für die eigentlichen Ziele der EUDI-Wallet. Die BundID-Anbindung deckt nur die erste der drei Funktionen ab. Für die Ausstellung eigener Nachweise oder automatisierte Prüfprozesse braucht es andere Wege. In unseren Gesprächen mit kommunalen Entscheidern wurde deutlich, dass vielen Kommunen dieser Unterschied bewusst ist.

    Der Sinn ist erkannt, aber die Mittel fehlen

    Die Kommunen sehen, dass die EUDI-Wallet mehr leisten kann als reine Authentifizierung: medienbruchfreie Antragsprozesse, automatisierte Prüfungen statt manueller Dokumentensichtung sowie das Ausstellen und Verifizieren eigener Nachweise. Der Wunsch nach dieser Art von Digitalisierung ist vorhanden.

    Was in der Praxis fehlt, ist die Grundlage für eine Investitionsentscheidung: eine belastbare Einschätzung, welche Einsparungen sich tatsächlich realisieren lassen. Ohne diese fällt es schwer, gegenüber Kämmerei und politischen Entscheidungsebenen zu begründen, warum trotz knapper Mittel investiert werden sollte. Immer wieder haben wir das in den Gesprächen gehört: Man sieht die Chance, kann sie aber nicht in Zahlen übersetzen, die eine Haushaltsentscheidung rechtfertigen.

    Warum genau jetzt die Weichen gestellt werden

    Trotz dieser Herausforderungen gibt es niederschwellige Aufgaben, die Kommunen bereits angehen können. Die Weichen für die spätere tiefere Integration werden jetzt gestellt. Hilfreich sind Fragen wie:

    Haben wir bereits die BundID angebunden? Wenn das für die Dienste mit hohem Vertrauensniveau der Fall ist, haben wir die Basis-Pflicht bereits erfüllt.

    Zu viele Verwaltungsprozesse und Interaktionen mit Bürgerinnen und Bürgern in deutschen Kommunen sind noch papierbasiert oder erfordern manuelle Prüfprozesse – genau das ist der eigentliche Anlass für die EUDI-Wallet. Wer ohnehin die Registeranbindung an NOOTS umsetzen muss, schafft damit zugleich eine Voraussetzung für die spätere Wallet-Ausstellung – wenn auch abhängig von zentralen Komponenten, die Bund und Länder noch bereitstellen müssen.

    Welche eigenen Nachweise ließen sich sinnvoll digital ausstellen? Besonders dort, wo heute viel Papier oder manuelle Prüfung im Spiel ist, wie beim Dresden-Pass, zeigt sich der Effizienzgewinn am schnellsten. Auch wenn die Umsetzung aufwändiger ist und darum in vielen Kommunen erst in einem zweiten Schritt erfolgen wird, ist die Auswahl geeigneter Anwendungsfälle mit entsprechenden Potenzialen bereits jetzt möglich.

    Was planen die Hersteller unserer Fachverfahren – und mit welchem sprechen wir zuerst? Kommunen nutzen in der Regel viele verschiedene Fachverfahren unterschiedlicher Anbieter. Sinnvoll ist es, zunächst diejenigen Verfahren zu identifizieren, bei denen sich der Aufwand am ehesten lohnt (siehe vorangegangene Frage).

    Haben wir die kostenlose Sandbox getestet? Seit Dezember 2025 steht sie offen. Sie eignet sich für erste Tests und hilft, Erfahrungen im Haus aufzubauen. Außerdem bietet sie eine kurze Readiness-Checklist, mit der sich der eigene Stand ohne Entwicklerkenntnisse einschätzen lässt.

    Sich mit diesen Fragen zu befassen, erfordert noch keine wesentlichen Investitionen. Auch lohnt der Blick nach Dresden: Die dort entstehenden Erfahrungen sollen ausdrücklich zur Blaupause für andere Kommunen werden. Der Aufwand an Zeit und Abstimmung für all das ist überschaubar, ein eigenes Umsetzungsbudget ist nicht notwendig. Dafür schaffen diese Schritte die Grundlage, um im richtigen Moment handlungsfähig zu sein.

    Was das für die kommunale Praxis bedeutet

    Die Aufgabe liegt nicht in der Entscheidung zwischen Pflichterfüllung und großer Integration. Entscheidend ist, sich auf der BundID nicht auszuruhen. Parallel sind Fragen zu klären, die keine zentrale Stelle für die Kommune beantworten wird: Welche eigenen Prozesse sind betroffen? Wo liegen Potenziale über die reine Pflichterfüllung hinaus? Wie ist der Registerstand? Was planen unsere Fachverfahrenshersteller?

    Diese Vorarbeit erleichtert spätere Entscheidungen und verkürzt die Umsetzung, wenn die technischen und rechtlichen Voraussetzungen vollständig vorliegen. Sie legt damit die Grundlage für echte Digitalisierungsgewinne.

    Noch mehr Details und die Gelegenheit zum Austausch geben unsere 30-minütigen Webinare am 30. September und 22. Oktober 2026. Wer eine belastbare Einordnung der eigenen Kommune wünscht, dem bieten wir einen Einstieg mit unserem Quick-Check.

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    17.8.2026

    Viele Optionen, Orientierung gesucht: Warum der QuantumBW Atlas mehr ist als ein digitales Verzeichnis

    Orientierung in dynamischen Innovationsökosystemen

    Das Ökosystem für Quantentechnologien wächst: Start-ups und Anwendungen entstehen, Forschung, »First Mover« in der Industrie und junge Talente schaffen hohe Dynamik. Doch diese Dynamik zeigt auch: mit zunehmender Technologiereife ist die Fülle der Aktivitäten kaum mehr überschaubar. Orientierung wird deshalb zur neuen strategischen Ressource für Forschende und Unternehmen, für Fördergeber und Innovationsakteure, für andere Quanteninitiativen und eine quanteninteressierte Öffentlichkeit.

    Vielfalt allein macht noch kein Ökosystem

    Mit der Initiative QuantumBW verfolgt Baden-Württemberg das Ziel, Forschung, Transfer und industrielle Anwendung im Bereich der Quantentechnologien eng zu verzahnen und ein leistungsfähiges regionales Ökosystem, das national und international attraktiv und anschlussfähig ist, aufzubauen. Die QuantumBW Initiative wächst kontinuierlich und gewinnt an fachlicher wie institutioneller Vielfalt. Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Start-ups, Netzwerke und öffentliche Akteure treiben die Entwicklung in den Bereichen Quantencomputing Hard- und Software, Quantensensorik und Quantennetzwerke voran. Der QuantumBW Atlas macht Akteure, Kompetenzen und Aktivitäten sichtbar und schafft Orientierung in einem dynamisch wachsenden Umfeld.

    Abbildung 1: Der QuantumBW Atlas bietet geografische und thematische Orientierung.

    Die Stärke eines solchen Ökosystems liegt in seiner fachlichen Breite und institutionellen Vielfalt. Dadurch steigt jedoch auch die Komplexität: Unterschiedliche Rollen, Zielsetzungen, Organisationslogiken und Fachsprachen erschweren die Übersicht. Daraus entsteht eine zentrale Herausforderung: Je mehr Akteure, Themen, Projekte und Beziehungen hinzukommen, desto anspruchsvoller wird es für alle Akteure, den Überblick zu behalten, Einordnung und Anschlussfähigkeit zu sichern, kurz: Orientierung zu ermöglichen. Wer arbeitet an welchen Fragestellungen? Wo liegen komplementäre Kompetenzen? Welche Themen gewinnen an Bedeutung? Und wo ergeben sich sinnvolle Anknüpfungspunkte zwischen Forschung, Wirtschaft, Transfer und Politik?

    In einem dynamischen Deep-Tech-Feld sind Antworten auf diese Fragen keine Nebensache. Sie sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein Ökosystem kooperationsfähig und strategisch anschlussfähig wird, kurz: Orientierung möglich ist. Damit aus einer Vielzahl leistungsfähiger Einzelakteure ein wirksames Ökosystem werden kann, reichen Forschung, Technologie und Investitionen allein nicht aus. Ebenso wichtig sind Strukturen, die Zusammenhänge zeigen, Kompetenzen auffindbar machen und Kooperationen erleichtern.

    Orientierung ist keine Nebenaufgabe

    Hier setzt der QuantumBW Atlas an. Auf den ersten Blick wirkt er vielleicht wie eine gut strukturierte Sammlung von Informationen. Sein spezifischer Mehrwert geht jedoch darüber hinaus: Er macht Akteure, Kompetenzen und Aktivitäten sichtbar und schafft Orientierung in einem komplexen und heterogenen Quantenökosystem. Gerade in einem dynamisch wachsenden Feld wie den Quantentechnologien reicht es nicht aus, Aktivitäten nur zu erfassen. Entscheidend ist, sie so sichtbar zu machen, dass unterschiedliche Akteure damit arbeiten können: Forschende, die fachlichen Anknüpfungspunkte suchen und anbieten, Unternehmen, die relevante Kompetenzen und mögliche Partner identifizieren und ihre Stärken zeigen wollen, Fördergeber und Netzwerkakteure, die Entwicklungen, Schwerpunkte und Verbindungen im Ökosystem einordnen möchten.

    Am Anfang der Entwicklung des Atlas als digitales Wissensprodukt stand die Frage, wie sich ein so vielschichtiges Feld wie die emergenten Quantentechnologien in der stark wachsenden QuantumBW Initiative sinnvoll ordnen lässt. Gemeinsam mit Fachleuten der Initiative haben wir Anforderungen erhoben, Struktur, Funktionalitäten, Datenmodell und Darstellungsformen Schritt für Schritt entwickelt und geschärft. Darauf aufbauend wurden Konzeption, technische Umsetzung und redaktionelle Arbeit so miteinander verzahnt, dass Informationen langfristig erfassbar, verknüpfbar und erweiterbar bleiben, der Pflegeaufwand beherrschbar ist und Beiträge unabhängiger Akteure dynamisch in eine konsistente Gesamtstruktur einfließen können.

    Abbildung 2: Fachlicher Zugang für verschiedene Nutzergruppen und Präferenzen.

    Im Ergebnis verbindet der Atlas fachliche Tiefe mit zugänglicher Struktur und schafft sortierte Sichtbarkeit. Akteure, Themen und Zusammenhänge werden nicht nur auffindbar, sondern über ganz unterschiedliche Zugänge erkundbar: über Profilseiten, geografische Navigation, alphabetische Suche und thematische Einstiege auf mehreren fachlichen Ebenen, visuell und logisch miteinander verknüpft. Auch die Gestaltung unterstützt diese Orientierungsfunktion: geografisch über die Landkarte, thematisch über die Bloch-Sphäre als Sinnbild der Quantenfachlichkeit sowie durch ergänzende metaphorische Visualisierungen und einordnende Texte bei den leitenden Themenfeldern.

    Der QuantumBW Atlas macht damit auf einen Aspekt aufmerksam, der in der Diskussion über Innovationsökosysteme oft unterschätzt wird: Die Fähigkeit, komplexe Akteurslandschaften konzeptionell zu strukturieren, technisch tragfähig abzubilden, visuell zugänglich zu machen und redaktionell verlässlich zu pflegen, ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Vernetzung, Sichtbarkeit und strategische Anschlussfähigkeit entstehen und nachhaltig gedeihen können. Wo eine solche Infrastruktur fehlt, bleiben Kompetenzen unsichtbar, Anknüpfungspunkte schwer erkennbar und Kooperationspotenziale ungenutzt.

    Ein Atlas wird erst im Netzwerk wirksam

    Mit dem QuantumBW Atlas haben wir eine Grundlage geschaffen, um das Quantenökosystem Baden-Württembergs sichtbar und zugänglich zu machen: fachlich strukturiert, redaktionell betreut und technisch tragfähig. Wirklich wertvoll wird dieses Angebot jedoch nicht allein durch Technik oder Datenmodell, sondern im Zusammenspiel von Redaktion, konzeptioneller Weiterentwicklung und kontinuierlicher Mitwirkung aus dem Netzwerk. Damit der Atlas aktuell, relevant und fachlich belastbar bleibt, kommt es auf beides an: auf ein Team, das die Weiterentwicklung koordiniert und unterstützt, und auf Akteurinnen und Akteuren, die ihre Aktivitäten, Kompetenzen und Perspektiven einbringen. Erst dieses Zusammenspiel macht aus einer Plattform eine lernende Orientierungs-Infrastruktur und aus Sichtbarkeit die Grundlage für neues Zusammenwirken nicht nur im wachsenden Quantenökosystem. Wer das Quantenökosystem Baden-Württembergs besser verstehen, thematische Schwerpunkte entdecken und relevante Akteure finden möchte oder wer Anregungen zur Strukturierung von ganz anderen Ökosystemen sucht, kann den Atlas hier erkunden.

    Lesen und sehen Sie im September-Beitrag unserer Blogreihe, wie die Klick-Journey durch das Quantenökosystem funktioniert. Im dritten Beitrag der Reihe laden wir Sie im Oktober dazu ein, mit uns über den Tellerrand zu schauen, auf Herausforderungen und Lösungswege rund um Wissenstransfer für Deep-Tech und andere komplexe Themen.

    Orientierung in dynamischen Innovationsökosystemen
    Die Blogreihe zeigt, wie der QuantumBW Atlas Akteure, Themen und Wissen im Quantenökosystem strukturiert, Orientierung ermöglicht und zur aktiven Mitgestaltung des Netzwerks einlädt.

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    14.8.2026

    E-Agrartechnik: Warum die Landwirtschaft zur Blaupause für nachhaltige und resiliente Wertschöpfung werden kann

    Greenfield Catapults: Von der Idee zum Forschungsangebot

    In meiner täglichen Arbeit als Wissenschaftler komme ich immer wieder mit neuen, innovativen oder sogar disruptiven Technologien in Kontakt. Dabei stelle ich mir immer wieder die Frage: Macht diese Technologie die Welt tatsächlich besser – und wurde sie entlang der Bedarfe und Bedürfnisse einer zukunftsfesten Gesellschaft entwickelt? Die ehrliche Antwort darauf lautet für mich leider oft: nein. Viel zu häufig entsteht oder entwickelt sich Technologie zum Selbstzweck weiter. Umso spannender ist für mich seit einiger Zeit der Blick in die Landwirtschaft und -technik. Hier habe ich den Eindruck, dass Innovation meist noch sehr direkt aus den praktischen Bedarfen der Landwirte heraus gedacht wird. Anders gesagt: Technik muss ein konkretes, dringliches Problem lösen, sonst hat sie keine Daseinsberechtigung. Genau das macht diesen Bereich so interessant, auch als mögliches Vorbild für andere Sektoren und Branchen.

    Automatisierung, Elektrifizierung und Energieeffizienz greifen auf einem modernen Bauernhof ineinander

    Ein anschauliches Beispiel sind Unkrautroboter, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Nutzpflanzen von Unkraut unterscheiden können. Der Mehrwert liegt auf der Hand: Wenn Unkraut gezielt mechanisch bzw. automatisiert entfernt wird, lässt sich der Einsatz von Herbiziden deutlich reduzieren oder sogar ganz vermeiden. Das ist insbesondere im Biolandbau von elementarer Bedeutung und bringt ökologische und gesundheitliche Vorteile mit sich, etwa durch geringere Belastungen für Boden und Grundwasser.

    Ein zweites Beispiel zeigt, wie eng in der Landwirtschaft mehrere Zukunftsthemen ineinandergreifen: Automatisierung, Fachkräftemangel, Elektrifizierung und Energieeffizienz. Auf modernen Höfen wird dort automatisiert, wo harte körperliche Arbeit reduziert und Prozesse effizienter gestaltet werden können. Das Besondere daran: In der Landwirtschaft gehen Automatisierung und Elektrifizierung Hand in Hand. Was Arbeitskräfte entlastet und Abläufe verbessert, eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, selbst erzeugte Energie genau dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen stiftet – nämlich am Hof selbst.

    Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Bio-Landwirt Franz Obereisenbuchner von der Alztaler Hofmolkerei. Er setzt auf seinem Hof Melk- und Futterautomaten ein und nutzt dafür die Energie aus den hofeigenen Photovoltaikanlagen. Solche Modelle gewinnen zunehmend an Bedeutung, insbesondere, weil sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern. Die bislang attraktive Einspeisevergütung für selbst erzeugten Solarstrom, also das Einspeisen ins öffentliche Netz, fällt zunehmend als verlässlicher Bestandteil des Businessplans der Landwirte weg. Wenn diese Erlöse sinken oder ganz wegfallen, wird der direkte Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms auf dem Hof zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.

    Vom Arbeitsgerät zum rollenden Energiespeicher

    An diesem Punkt kommen die Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen ins Spiel. Landmaschinen müssen sich zunehmend vom reinen Arbeitsgerät hin zum aktiven Bestandteil des betrieblichen Energiesystems entwickeln. Erste elektrisch betriebene Maschinen können bereits als mobile Energiespeicher eingesetzt werden. Sie nehmen selbst erzeugten Solarstrom zu günstigen Zeiten auf, speichern ihn zwischen und geben ihn bei Bedarf an andere Verbraucher auf dem Hof weiter, etwa an Melk- oder Futterautomaten. Bidirektionales Laden wird damit auch in der Landwirtschaft zu einem ganz praktischen Anwendungsfall.

    Die Bandbreite möglicher Anwendungen ist groß: Sie reicht von kleinen autonomen Robotern über Hoflader und kompakte Traktoren für hofnahe Arbeiten bis hin zu großen Maschinen wie Mähdreschern oder Feldhäckslern. Besonders naheliegend ist die Elektrifizierung zunächst bei Anwendungen rund um den Hof, also überall dort, wo planbare Einsatzzeiten, kurze Wege und eine gut verfügbare Ladeinfrastruktur zusammenkommen.

    Ein Zukunftsmarkt mit viel ungenutztem Potenzial

    Auch der Blick auf den Markt zeigt, wie groß das Potenzial für Landwirte und für Hersteller von Landmaschinentechnik ist: In Baden-Württemberg existieren rund 37 500 landwirtschaftliche Betriebe und etwa 255 000 in ganz Deutschland. Doch nur jeder vierte von ihnen nutzt derzeit sein Potenzial für Solarenergie per Photovoltaik, obwohl landwirtschaftliche Gebäude meist über große Dachflächen verfügen. Hinzu kommt ein Aspekt, der typisch für den Agrarsektor ist: Landmaschinen wie Traktoren stehen den Großteil ihrer Zeit ungenutzt auf dem Hof und sind somit prädestiniert als mobile Energiespeicher und zusätzliche Einnahmequellen für die Landwirte. Die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für dieses Zusammenspiel aus Photovoltaik, Elektrifizierung und intelligenter Energienutzung sind in vielen Fällen bereits vorhanden. Was bislang häufig fehlt, ist die konsequente Verknüpfung dieser Bausteine zu einem wirtschaftlich tragfähigen Gesamtsystem.

    Was die Landwirtschaft anderen Bereichen voraus hat

    Elektrifizierte und automatisierte Landwirtschaft und ihre Technik zeigen besonders anschaulich, dass Nachhaltigkeit, Resilienz und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein müssen. Das bedeutet nicht, dass dieses Prinzip auf die Landwirtschaft beschränkt wäre. Auch in anderen Branchen entstehen zukunftsfähige Lösungen dort, wo technologische Entwicklung an realen Herausforderungen ansetzt. Die Besonderheit der Landwirtschaft liegt vielmehr darin, dass hier mehrere dieser Herausforderungen unmittelbar zusammenkommen und häufig ein einzelner Landwirt das volle Risiko dafür tragen muss: knappe Ressourcen, hohe Energie- und Betriebskosten, zunehmende Wetterextreme, Arbeitskräftemangel, Versorgungsrisiken und der wirtschaftliche Druck auf die Betriebe. Technische Lösungen müssen deshalb nicht nur einen einzelnen Effizienzgewinn liefern, sondern sich unter realen, oft wechselnden Bedingungen bewähren. Sie müssen Ressourcen schonen, Ausfälle und Abhängigkeiten reduzieren und zugleich wirtschaftlich tragfähig bleiben.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Stärke der E-Agrartechnik. Sie ist nicht einfach nur ein weiteres Technologiefeld, sondern ein sehr konkretes Beispiel dafür, wie nachhaltige und resiliente Wertschöpfung in der Praxis aussehen kann. Und vielleicht ist gerade die Landwirtschaft der Ort, an dem sich schon heute beobachten lässt, wie Technologie zukünftig wieder viel mehr entstehen sollte: nicht als Selbstzweck, sondern als Antwort auf reale Herausforderungen.

    Wir am Fraunhofer IAO bringen Akteure aus Industrie, Landwirtschaft und Forschung zusammen, schaffen Innovationsräume und entwickeln passgenaue Simulationslösungen zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für ein intelligentes und nachhaltiges Hofmanagement. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, sprechen Sie uns gerne an.

    Hinweis

    Dieser Blog-Beitrag basiert auf einer Reihe durchgeführter Interviews mit Experten aus der Landwirtschaft und -technik:

    • Franz Obereisenbuchner, Alztaler Hofmolkerei
    • Daniel Hornung, ONOX
    • Christina Götz, Zauberzeug GmbH
    • Marcus Kreiselt, Weidemann GmbH
    • Christian Hänsch, Kramer-Werke GmbH
    • Dr. Thaddäus Baier, TADUS GmbH
    • Prof. Stefan Böttinger, Universität Hohenheim
    • Johannes Buchner, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
    Greenfield Catapults: Von der Idee zum Forschungsangebot
    Mit den so genannten Greenfield Catapults fördert das Fraunhofer IAO die Entwicklung neuer, marktnaher Zukunftsthemen. In interdisziplinären Teams entstehen Lösungsansätze zu aktuellen Herausforderungen rund um KI, Resilienz, Nachhaltigkeit, Mobilität und Sicherheit. Unternehmen erhalten dadurch früh Einblick in innovative Entwicklungen und können von praxistauglichen Forschungs- und Innovationsangeboten profitieren, die gezielt auf reale Bedarfe ausgerichtet werden.

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    Aktuelles

    13.8.2026

    Neue Jobs für suchende Fachkräfte in der Automobilwirtschaft

    Die Automobilwirtschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Viele Beschäftigte in der Region Stuttgart sind davon betroffen. Das neue EU-Projekt »Automotive Cluster Transition Bridge« setzt genau hier an: Das Fraunhofer IAO entwickelt gemeinsam mit Partnern Wege, wie vorhandene Kompetenzen sichtbar werden und neue berufliche Perspektiven entstehen.
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    12.8.2026

    EUDI-Wallet: Was Kommunen zur Akzeptanzpflicht ab 2027 wissen müssen

    Ab dem 2. Januar 2027 müssen alle deutschen Verwaltungen die europäische digitale Brieftasche (EUDI-Wallet) akzeptieren. Damit Kommunen rechtzeitig und passgenau auf die Akzeptanzpflicht ab 2027 vorbereitet sind, unterstützt das Fraunhofer IAO diese dabei, regulatorische Anforderungen, Umsetzungsoptionen und den eigenen Reifegrad systematisch zu erfassen und in konkrete Handlungsschritte zu übersetzen.
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    30.7.2026

    Best Paper Award auf der HCI International 2026 für Forschung zu KI-Avataren

    Dr. Steffen Braun und David Blank vom Fraunhofer IAO erhalten für ihre Forschung zu KI- und XR-Avataren den Best Paper Award der internationalen VAMR 2026. Der Preis wird im Rahmen der 18th International Conference on Virtual, Augmented and Mixed Reality verliehen, einer Fachkonferenz der Human-Computer Interaction International (HCII) 2026 in Montréal.
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    27.7.2026

    Investitionsrisiken senken: KI-basierte Office Simulation für strategische Büroentscheidungen

    Büroplanung ist kein reines Immobilien- oder Ausstattungsthema, sondern eine strategische Investitionsentscheidung: Das Innovationsnetzwerk OFFICE 21® des Fraunhofer IAO entwickelt gemeinsam mit Partnerunternehmen eine KI-basierte Office Simulation. Damit lassen sich Büroflächen, Layouts und hybride Arbeitskonzepte vor realen Investitionen datenbasiert bewerten und Investitionsrisiken frühzeitig reduzieren.
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    Schwerpunkte

    Identity Management

    Vertrauenswürdige Identitäten sind wesentliche Grundlage für viele digitale Prozesse. Wir unterstützen Sie bei wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Fragestellungen des organisationsinternen und organisationsübergreifenden Identiätsmanagements und der Informationssicherheit.

    Vehicle Experience

    Die wichtigsten Innovationen im Automobil wirken sich heute direkt auf das Fahrerlebnis und die Mensch-Maschine Interaktion aus. Für diese Innovationen bieten wir Demonstrations- und Testumgebungen und führen Probandenstudien nach wissenschaftlichen Standards mit innovativen Methoden durch.

    Interaction Design

    Die Interaktion mit Technik soll intuitiv sein und Spaß machen. Dabei geht es um die Wahl der richtigen Technologien und um die Gestaltung von allem was der Nutzer sieht, hört und fühlt. Attraktive und ergonomische User Interfaces sind uns wichtig. Die visuelle Gestaltung kommuniziert wichtige Eigenschaften und Zusammenhänge.

    Human-Centered AI

    Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen können unser Leben und Arbeiten bereichern. Wir gestalten KI-Systeme, die vertrauenswürdig und nachvollziehbar sind und mit denen Menschen gerne interagieren und effizient zusammenarbeiten.

    User Experience

    Mit WOW-Faktor zum Produkterfolg! Heben Sie sich von der Konkurrenz ab, mit Produkten und Services, die Ihre Nutzer:innen nachhaltig begeistern. Mit ihrer Erfahrung und unserem Know-How können wir gemeinsam attraktive Produkte und Services gestalten, die optimal bedienbar, emotional ansprechend und wirtschaftlich erfolgreich sind.

    Neuroadaptive Systeme

    Wir blicken in eine Zukunft, in der intelligente Systeme dabei helfen, unsere Arbeit und unser tägliches Leben einfacher zu machen. Unsere Arbeit beruht auf einem umfassenden Verständnis dafür, wie Menschen mit der realen Welt interagieren. Wir schauen uns an, was sie sehen, hören und fühlen.